Vielen Dank für eure Antworten!
Gestern las ich eine Auslegung von J.D.Pentecost. Der Mauszeiger blieb genau an dieser Stelle stehen.
Ich denke es passt ebenfalls genau auf dieses Thema.
Die Hochzeit des Lammes
In vielen neutestamentlichen Stellen wird die Beziehung zwischen Christus und der
Gemeinde durch den Gebrauch des Bildes von Bräutigam und Braut geoffenbart (Joh.3,29

;
Röm.7,4

; 2.Kor.11,2

; Eph.5,25-33

; Offb.19,7-8

; 21,1-22,7). Bei der Entrückung der
Gemeinde erscheint Christus als der Bräutigam, um Seine Braut zu sich zu nehmen, damit die
versprochene Ehe geschlossen werden kann und die beiden eins werden können.
a) Die Zeit der Hochzeit
Sie wird in der Schrift als Ereignis geoffenbart, das zwischen der Entrückung der Gemeinde
und der Wiederkunft liegt. Vor der Entrückung erwartet die Gemeinde noch diese
Vereinigung. Nach Offb.19,7

findet diese Hochzeit bei der Wiederkunft statt, denn es heißt:
"Die Hochzeit des Lammes ist gekommen." Der mit "ist gekommen" übersetzte Aorist
(elthen) läßt eine abgeschlossene Handlung erkennen, was uns zeigt, daß die Ehe geschlossen
worden ist. Diese Hochzeit erkennt man als Ereignis, das der bema des Christus folgt, da das
Weib in den "Gerechtigkeiten der Heiligen" (Offb.19,8

) erscheint, die sich nur auf das
beziehen können, was am Richterstuhl des Christus standgehalten hat. Somit muß die
Hochzeit selbst zwischen dem Richterstuhl des Christus und der Wiederkunft eingeordnet
werden.
b) Der Ort der Hochzeit
Es kann nur im Himmel sein. Da sie dem Richterstuhl des Christus folgt, der, wie dargelegt,
in den himmlischen Örtern stattfindet, und die Gemeinde aus der Luft dem HERRN bei Seiner
Rückkehr entgegenkommt (Offb.19,4

), muß die Hochzeit im Himmel erfolgen. Kein anderer
Ort würde einem himmlischen Volk (Phil.3,20

) entsprechen.
c) Die an der Hochzeit Beteiligten
Die Hochzeit des Lammes ist ein Ereignis, das offensichtlich nur Christus und die Gemeinde
einschließt. Wir werden später zeigen, daß nach Dan.12,1-3

und Jes.26,19-21

die
Auferstehung Israels und der alttestamentlichen Heiligen erst bei der Wiederkunft des
Christus stattfinden wird. Offb.20,4-6

verdeutlicht ebenfalls, daß auch die Heiligen der
Trübsal bis zu dieser Zeit nicht auferstehen werden. Obwohl es unmöglich wäre, diese
Personenkreise von ihrem Standort als Zuschauer zu verbannen, können sie sich nicht in der
Stellung derer befinden, die am Ereignis selbst beteiligt sind.
In diesem Zusammenhang scheint es notwendig, zwischen der Hochzeit des Lammes und
dem Hochzeitsmahl zu unterscheiden. Die Hochzeit des Lammes ist ein Ereignis, das sich
besonders auf die Gemeinde bezieht und im Himmel stattfindet. Das Hochzeitsmahl ist ein
Geschehen, das Israel betrifft und sich auf der Erde abspielt. In Mt.22,1-14

; Lk.14,16-24

und
Mt.25,1-13

(wo Israel die Rückkehr des Bräutigams und der Braut erwartet) wird als Ort des
Hochzeitsfestes bzw. -mahls die Erde angegeben, das sich speziell auf Israel bezieht. Das
Hochzeitsmahl wird demnach zum gleichnishaften Bild des gesamten Tausendjährigen
Reichs, wozu Israel während der Trübsalszeit eingeladen werden wird. Diese Einladung
werden viele ausschlagen, so daß man sie hinauswerfen wird. Viele werden sie annehmen und
Einlaß finden. Aufgrund der Ablehnung wird die Einladung auch an die Nationen ergehen, so
daß viele davon dazugehören werden. Israel wird bei der Wiederkunft auf den Bräutigam
warten, der von der Hochzeitsfeier kommt, um es zu diesem Mahl einzuladen, bei dem der
Bräutigam Seinen Freunden die Braut vorstellen wird (Mt.25,1-13

).
In bezug auf den Ausruf in Offb.19,9

"Glückselig, die geladen sind zum Hochzeitsmahl des
Lammes" sind zwei Auslegungen möglich.
Chafer sagt:
Es muß an dieser Stelle zwischen dem im Himmel stattfindenden und vor der Wiederkunft des
Christus gefeierten Hochzeitsmahl sowie dem Hochzeitsfest (Mt.25,10

GN; Lk.12,37

)
unterschieden werden, das auf der Erde nach Seiner Wiederkunft begangen wird.
Diese Ansicht erwartet zwei Mahle, ein dem zweiten Kommen vorausgehendes himmlisches
und ein der Wiederkunft folgendes irdisches. Eine zweite Auslegung sieht den Ausruf (in
Offb.19,9

; A.d.Ü.) als Vorwegnahme des Hochzeitsmahles an, das im Anschluß an die
Hochzeit und die Wiederkunft begangen wird, wozu eine Ankündigung im Himmel gegeben
wird, bevor das zweite Kommen auf die Erde zu diesem Ereignis erfolgt. Der griechische
Urtext unterscheidet nicht zwischen Hochzeitsmahl und -fest, sondern gebraucht für beide das
gleiche Wort. Außerdem wird das Hochzeitsmahl durchweg in bezug auf das irdische Israel
verwendet. Deshalb ist es vielleicht am besten, die letztere Ansicht zu übernehmen und die
Hochzeit des Lammes als dasjenige Ereignis in den Himmeln anzusehen, bei dem die
Gemeinde ewig mit Christus vereinigt wird, und das Hochzeitsfest oder -mahl als
Tausendjähriges Reich, wozu Juden und Nationen geladen werden und das auf Erden
stattfindet, während der Bräutigam durch die Darstellung der Braut gegenüber all Seinen dort
versammelten Freunden geehrt wird.
Die Gemeinde, die Gottes Heilsplanziel für das jetzige Zeitalter bildet, sieht man nun als
solche, die auferstanden, entrückt, dem Sohn als Gabe des Vaters dargestellt und diejenige ist,
wodurch die immerwährende Herrlichkeit Gottes in Ewigkeit geoffenbart wird. Dieses
gegenwärtige Zeitalter wird somit das Entstehen, die Entfaltung und die Vollendung des
göttlichen Ziels bezeugen, "ein Volk zu nehmen für Seinen Namen" (Apg.15,14

).