Lieber Peter und Leser
Dieses Thema zu diskutieren finde ich ausserordentlich wichtig,
geht es doch um nichts Geringeres als um die Errettung von Menschen.
Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass uns der Glaube an das
Werk des Herrn Jesus rettet, und nicht das Ausharren der
Heiligen. Letzeres zu proklamieren wäre nämlich nichts anderes,
als eine Werksgerechtigeit etablieren zu wollen. Darum will
ich hier bekräftigen, dass ich nicht an
rütteln will.
Aber es gibt nun einen Aspekt der Errettung, der heutzutage
nach meiner Einschätzung leicht übersehen wird. Nämlich jener,
dass Wiedergeborene im Glauben bleiben. Thomas/Nikodemus
hat ja bereits 1. Joh 2,13-14

erwähnt. Diese Verse bekräftigen
doch, dass es Menschen (und soweit ich es beurteile: sind dies
ALLE Wiedergeborenen), in denen das Wort Gottes bleibt.
Noch klarer kommt dieser Gedanke meines Erachtens in
| 1. Johannes Kapitel 2 Vers 3 - 6 (Elberfelder 1905) |
| 3Und hieran wissen wir, daß wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten. 4Wer da sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, ist ein Lügner, und in diesem ist die Wahrheit nicht. 5Wer aber irgend sein Wort hält, in diesem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollendet. Hieran wissen wir, daß wir in ihm sind. 6Wer da sagt, daß er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt hat. |
hervor. Wir erkennen, dass
wir Ihn erkannt haben, WEIL (nicht indem) wir Seine Gebote
halten.
Ich glaube, es besteht eine 1 zu 1 Beziehung zwischen
jenen, die Ihn erkannt haben, und jenen, die Wiedergeboren
sind. Also, alle die Wiedergeboren sind, haben Ihn auch erkannt,
und alle, die Ihn erkannt haben, sind auch wiedergeboren.
Wenn jemand nun sagt, jemand müsse seine Gebote halten,
um wiedergeboren werden zu können, ist dies falsch, und aus
1. Joh 2,3-4

nicht herauszulesen. Aber der Umkehrschluss
gilt nicht.
Wenn jemand also sagt, er sei wiedergeboren, und man
sieht KEIN Bestreben, die Gebote zu halten, dann zweifle
ich an der Wiedergeburt, SELBST wenn das Lippenbekenntnis
korrekt ist. In so einem Fall gehe ich nicht von "rettendem
Glauben" aus.
Einen ähnlichen Gedanken finde ich in
Nicht das standhafte Festhalten rettet, sondern die Rettung zeigt
sich im standhaften Festhalten.
Wichtig finde ich diesen Unterschied insbesondere deshalb,
weil wir in einer Zeit leben, wo ein, soweit ich es beurteile,
vielfach ein falsches Evangelium gepredigt wird. Nämlich
ein Evangelium, dass zwar sagt, dass Jesus Christus
rettet, aber eines, dass die Sünde und die Busse völlig
ausklammert. Ich bin überzeugt, dass das Ergebnis davon
ist, dass in sogenannt evangelikalen Kreisen zu schnell und
vorreilig jemand als "gerettet" deklariert wird, weil er doch
das "Uebergabegebet" gesprochen hat, und er doch an Jesus
geglaubt hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass eine wirkliche
Erettung Früchte zeigt, vor allem die, die Johannes in seinem
ersten Brief aufzeigt: Liebe zu den Brüdern und Liebe zum Wort
und Halten der Gebote.
Diesen Trend kann ich auf VIELEN (hauptsächlich amerikanischen)
Webseiten erkennen, die eine derartig falsche Lehre vertreten,
dass ich kaum glauben kann, dass diese Menschen jemals
Busse getan haben und gerettet wurden, aber wenn man auf
die "Our Statement of Faith" Seite geht, gibt es dort nichts
(oder praktisch nichts), dass ich ablehnen würde
Es ist mir übrigens weniger ein Anliegen, euch von meiner
Erkenntnis zu überzeugen, sondern die Wahrheit in dieser
Angelegenheit zu erkennen. Möglicherweise urteile ich zu
hart, oder übersehe irgend etwas, dann möge man mir bitte
die entsprechende Schriftstelle oder Argumentation
geben.