Ausharren der Heiligen

Ausharren der Heiligen

Beitragvon Streitenberger » 17.07.2010 20:32

Liebe Freunde,

gerade lese ich das ausgezeichnete Buch "Erwählung - Wer, wie und wozu?" von John Parkinson. Dabei ist mir wieder die letzte These des Fünf-Punkte-Calvinismus aufgefallen. Parkinson schreibt auf S. 105: „Eine Heilssicherheit, die auf dem eigenen Ausharren gründet, ist wie ein auf Sand gebautes Haus.“. Echte Gewissheit, ob man als Christ ewiges Leben hat, ist für Calvinisten fraglich, denn dies wird erst dann deutlich, wenn man bis zum Lebensende gute Werke aufweist (Ausharren der Heiligen). Ein anderer Autor meint: „Und doch kann kein echter Gläubiger dem Calvinismus entsprechend Heilsgewissheit haben, weil völlige Gewissheit nicht kommen kann, bis man am Ende der irdischen Reise angekommen ist“ (Bryson, 2004, S. 268).
Diese Lehre kann Menschen zur Verzweiflung bringen, denn wer kann schon von sich behaupten, genug gute Werke und das bis zum Ende geliefert zu haben, um Gewissheit des Heils zu haben. Die Perspektive eines Christen, wenn dieser sich mit der Sicherheit des Heils beschäftigt, richtet sich hingegen auf das stellvertretende Erlösungswerk Jesu Christi am Kreuz: „Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten“ (Jes 53,5). In Röm 5,1 macht Paulus deutlich, dass ein Christ aufgrund des persönlichen Glaubens diesen Frieden mit Gott hat: „Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus“. Ein Christ braucht seine Errettung im Hinblick auf die Ewigkeit nicht an der Qualität seiner Werke abzuleiten oder sein Heil gar an der Bedingung des eigenen Ausharrens darin festzumachen: "Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt." (1Joh 5,13).

Was meint Ihr zu dieser These ? Je länger ich darüber nachdenke, desto problematischer kommt sie mir vor.
in IHM
Peter
So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden (Apostelgeschichte 3,19)
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Re: Ausharren der Heiligen

Beitragvon Ulrich » 18.07.2010 08:33

Lieber Peter,

gerade dieser Punkt macht deutlich, dass Calvinismus vollkommen römisch-katholische Theologie ist. Auch diesen Punkt kann man wieder sehr deutlich auf Augustinus zurückführen. Durch den Donatistenstreit bei dem es ursprünglich um die Frage ging, ob die Kirche eine Versammlung von quasi sündlosen Heiligen sei oder ob auch Christen von Sünde gekennzeichnet sind, kommt es zu einer Erklärung und Definition durch Augustinus. 411 hat er ein letztes Gespräch mit Anhängern des Donatismus.

Unter dem Einfluss dieser Auseinandersetzung benutzt Augustinus viele Bilder aus den Evangelien und wendet sie auf die Kirche an. Unter anderem nimmt er den Acker mit dem zweierlei Samen aus Matt. 13 und erklärt, dass in der Kirche sowohl der gute als auch der schlechte Same wächst.
Matthäus Kapitel 13 Vers 37 - 43 (Elberfelder 1905)
37Er aber antwortete und sprach: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen, 38der Acker aber ist die Welt; der gute Same aber, dies sind die Söhne des Reiches, das Unkraut aber sind die Söhne des Bösen; 39der Feind aber, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte aber ist die Vollendung des Zeitalters, die Schnitter aber sind Engel. 40Gleichwie nun das Unkraut zusammengelesen und im Feuer verbrannt wird, also wird es in der Vollendung des Zeitalters sein. 41Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche alle Ärgernisse zusammenlesen und die das Gesetzlose tun; 42und sie werden sie in den Feuerofen werfen: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen. 43Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in dem Reiche ihres Vaters. Wer Ohren hat [zu hören], der höre!
Das ist wieder so ein klassischer Augustinus, der HERR erklärt ausdrücklich, dass der Acker die Welt ist und Augustinus erklärt kurzer Hand, der Acker sei die Kirche. Du kannst übrigens diese augustinische Meinung auch in der so genannten Brüderliteratur in Form von Kalenderzetteln finden. Das letzte Mal ist mir eine solches "Traktat" vor ca. 5 Jahren in "Näher zu Dir" untergekommen.

Also, Augustinus erklärt weiter: Nur innerhalb der römisch katholischen Kirche, nämlich des Ackers aus Matt. 13 könne man überhaupt das Heil finden. Ob man allerdings wirklich gerettet ist oder nicht, dass stellt sich letztlich erst bei der Ernte heraus. Darum ist die römisch-katholische Kirche die allein seligmachende Kirche! Gleichzeitig werden aus ihr alle ausgeschlossen, die jetzt schon behaupten, sie seien des ewigen Heiles gewiss. Nach augustinischer Lehre ist durch den Ausschluss sicher gestellt, dass genau die, die behaupten des ewigen Heils sicher zu sein, es gar nicht erlangen können.

In weiten Zügen hat Calvin diese Lehren übernommen. Insgsamt zeigt auch dieser Punkt des Calvinismus, wie nahe Synoden von Dordrecht und Westminster an der augustinischen Lehre wahren und wie nahe damit die reformierten Kirchen und die anglikanische Kirche der römisch katholischen Lehre stehen.

Du erinnerst dich vielleicht an die Predigt in der John Piper zum Schluß zum heiligen Athanasius betet. Die heutigen Calvinisten sind genau auf der gleichen Rille, ob sie dazu noch eine baptistische Prägung haben oder nicht, dass spielt keine Rolle.

herzliche Grüße

Ulrich
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Re: Ausharren der Heiligen

Beitragvon Anita » 19.07.2010 17:22

Lieber Peter, liebe Brüder
Jedesmal wenn ich etwas über die calvinistische Irrlehre lese, v.a. deren Lehrsätze, kann ich das ab einem gewissen Punkt überhaupt nicht mehr nachvollziehen. Da werden Dinge begründet die anscheinend gar keinen wirklichen Grund haben
1 Kor 3,11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
Insofern bestätigt sich mir dies auch mit der folgenden Aussage:
Parkinson schreibt auf S. 105: „Eine Heilssicherheit, die auf dem eigenen Ausharren gründet, ist wie ein auf Sand gebautes Haus.“
Behaupten das die Calvinisten tatsächlich (Heilssicherheit aufgrund eigenen Ausharrens)? Und wenn ja ergeben sich mir folgende Fragen aufgrund des calvinistischen Lehrsatzes: "Ausharren der Heiligen".
- Bezieht sich dieser Lehrsatz auf die Stelle in Offb 14,12?
- Behaupten die Calvinisten, dass das "Ausharren der Heiligen" dasselbe ist wie die Errettung/ewige Sicherheit?
- Inwiefern werden von den Calvinisten Aufforderungen in der Schrift zur persönlichen Heiligung vermischt mit der Errettung (und der damit verbundenen Heilsgewissheit)?
- Es erscheint so als würden sie hier das Werk der Heiligung vom menschlichen Willen abhängig machen: doch genau an diesen Willen glauben wiederum die Calvinisten doch gar nicht?
Wenn ich das richtig verstanden habe gründet ein Calvinist seine Heilssicherheit in der praktischen Heiligung (er beweist damit seinen Glauben), dies müsste dann doch zu Gesetzlichkeit und Hochmut (elitäres Denken) führen? Genauso elitär wie die hergeleitete Idee, dass nur eine gewisse Gruppe von Menschen auserwählt sind, die dann willenlos und ohne Busse zu tun bekehrt werden? So ein "Bekehrter" müsste dann aber sein Vertrauen auf eine persönliche Erfahrung des "bekehrt-geworden-sein" gründen? Und so ein Grund hiesse dann auf Sand bauen und nicht auf Gottes Wort welches das Heil garantiert?
Weiter komme ich nicht, vielleicht ist es zu heiss heute, vielleicht durchschauen selbst die Calvinisten ihr eigenes Lehrgebäude nicht wirklich, vielleicht ist das auch der Grund warum man so ein Lehrgebäude errichtet, weil man nicht auf dem festen Grund steht welcher gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wer auf festem Grund steht müsste ja nicht auf Sand bauen.
Auf Eure Erkenntnis in dieser Sache bin ich gespannt.
Herzlichen Dank und verbunden in IHM
Schwester Anita
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Re: Ausharren der Heiligen

Beitragvon Streitenberger » 19.07.2010 22:38

Liebe Anita, liebe Freunde,

die Calvinisten Boice/Ryken sind folgender Auffassung: „Das Beharren der Gläubigen bis zum Ende ist der einzige endgültige Beweis, dass wir von Gott erwählt und wirklich wiedergeboren wurden“ (2009, S. 175).
Der Glaube ist aus calvinistischer Sicht "eine übernatürliche Gabe Gottes" (MacArthur, 1997, S. 168) und dieser wird an bestimmten Merkmalen gemessen. Es müssen von Calvinisten daher Kriterien dafür herangezogen werden, wie man sicher sein kann, dass man den echten, von Gott verliehenen rettenden Glauben unwiderstehlich empfangen hat und somit zum ewigen Leben vorherbestimmt wurde.

John Piper meint als Calvinist: „Wir müssen ausharren bis zum Ende, wenn wir gerettet werden wollen“ (1997, S. 23).

Hodge schreibt zum Zusammenhang von guten Taten und Erwählung: "Der einzige Hinweis unserer Erwählung und dem Ausharren, ist die geduldige Fortführung im Gutestun." (zitiert in: Hunt, 2002, S.486). Der Calvinist Steele et al. ist folgender Meinung: "Es wird unzureichend Betonung auf die Forderung Gottes gelegt, dass wir bis zum Ende in einem Leben verharren müssen, das nach Heiligkeit strebt." (2004, S.148).
Calvin vertritt in einem Kapitel der Institutio, worin er sich mit der Gewissheit der persönlichen Erwählung befasst, folgende Auffassung: "Und endlich lehrt uns die Erfahrung selbst genugsam [sic!], dass Berufung und Glaube wenig Wert haben, wenn nicht die Beharrung hinzukommt, die nicht allen zuteil wird." (3. Buch, 24. Kap.). Das Fortfahren in guten Werken unterscheidet somit die Erwählten von den Verworfenen.

An der Tatsache des dauerhaften Ausharrens in guten Werken ist abzuleiten, ob der rettender Glaube von Gott gegeben wurde oder nicht, ob der Einzelne erwählt ist oder nicht. Diese Sicht halte ich für sehr problematisch.

Herzliche Grüße
Peter
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Re: Ausharren der Heiligen

Beitragvon HaraldZ » 21.07.2010 13:45

Gott zum Gruße allen die ihn suchen,

wenn Ausharren so zu verstehen wäre, dass das Vollbringen an mir läge, bin ich jetzt schon verloren, denn ich versage täglich in allem, mindestens aber in vielem.
Aber es verherrlicht den Herrn umso mehr, wenn er solche Versager wie mich durchschleift und zieht und er es ist, der überwunden hat, denn ich wäre zu nichts gutem Nutze, aber in ihm bin ich errettet, weil er Vollkommen ist. Ich danke dem Herrn dass er auf Golgatha MICH ansah als er sagte: ES IST VOLLBRACHT, ich danke ihm, ich danke ihm,was wäre ich verloren, wäre Jesus nicht so großartig und vollkommen. Danke Herr. Kann jemand sich die Liebe des Herrn erklären oder gar wenigstens ansatzweise vorstellen? Ich nicht, auch dafür bin ich unfähig. Ich bin ein unnützer Knecht, aber in ihm hab ich Gotteskindschaft empfangen und bin gesegnet mit allen Segnungen der himmlischen Örtern. Ja er hat mich angesehen ! Ich bin in ihm errettet, weil ich nichts vermag, er aber alles vermag.

Grüße aus Bayern
Harald
Im Herrn verbunden, dem Herrn befohlen
Harald
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Re: Ausharren der Heiligen

Beitragvon Nikodemus » 21.07.2010 20:26

1Joh 2 13
Ich schreibe euch, ihr Väter, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, ihr jungen Männer, weil ihr den Bösen überwunden habt. Ich schreibe euch, ihr Kinder, weil ihr den Vater erkannt habt.

1Joh 2 14
Ich habe euch geschrieben, ihr Väter, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich habe euch geschrieben, ihr jungen Männer, weil ihr stark seid und das Wort Gottes in euch bleibt und ihr den Bösen überwunden habt.

1Joh 4 4
Kinder, ihr seid aus Gott und habt jene überwunden, weil der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist.

1Joh 5 4
Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

Gotteskinder sind Überwinder, weil sie zu solchen gemacht worden sind. Sie haben schon überwunden, und können von Satan nicht mehr überwunden werden.
Er hat, auch trotz etlicher Versuchungen, keinen Anteil mehr an uns.

Röm 6 16
Wisst ihr nicht, dass, wem ihr euch zur Verfügung stellt als Sklaven zum Gehorsam, ihr dessen Sklaven seid, dem ihr gehorcht? Entweder Sklaven der Sünde zum Tod oder Sklaven des Gehorsams zur Gerechtigkeit?
Röm 6 17
Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid!
Röm 6 18
Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.

Wiedergeborene können nicht anders als in Anbetung leben, denn sie sind zu Anbeter gemacht worden, und haben sich nicht selber dazu gemacht.

Klarer geht es nicht.

LG
In IHM
Thomas
epheser 2,8: Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.
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Re: Ausharren der Heiligen

Beitragvon AA/ZH/CH » 22.07.2010 00:30

Lieber Peter und Leser

Dieses Thema zu diskutieren finde ich ausserordentlich wichtig,
geht es doch um nichts Geringeres als um die Errettung von Menschen.

Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass uns der Glaube an das
Werk des Herrn Jesus rettet, und nicht das Ausharren der
Heiligen. Letzeres zu proklamieren wäre nämlich nichts anderes,
als eine Werksgerechtigeit etablieren zu wollen. Darum will
ich hier bekräftigen, dass ich nicht an
Epheser Kapitel 2 Vers 8 - 9 (Elberfelder 1905)
8Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittelst des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; 9nicht aus Werken, auf daß niemand sich rühme.

rütteln will.

Aber es gibt nun einen Aspekt der Errettung, der heutzutage
nach meiner Einschätzung leicht übersehen wird. Nämlich jener,
dass Wiedergeborene im Glauben bleiben. Thomas/Nikodemus
hat ja bereits 1. Joh 2,13-14 erwähnt. Diese Verse bekräftigen
doch, dass es Menschen (und soweit ich es beurteile: sind dies
ALLE Wiedergeborenen), in denen das Wort Gottes bleibt.

Noch klarer kommt dieser Gedanke meines Erachtens in
1. Johannes Kapitel 2 Vers 3 - 6 (Elberfelder 1905)
3Und hieran wissen wir, daß wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten. 4Wer da sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, ist ein Lügner, und in diesem ist die Wahrheit nicht. 5Wer aber irgend sein Wort hält, in diesem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollendet. Hieran wissen wir, daß wir in ihm sind. 6Wer da sagt, daß er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt hat.
hervor. Wir erkennen, dass
wir Ihn erkannt haben, WEIL (nicht indem) wir Seine Gebote
halten.

Ich glaube, es besteht eine 1 zu 1 Beziehung zwischen
jenen, die Ihn erkannt haben, und jenen, die Wiedergeboren
sind. Also, alle die Wiedergeboren sind, haben Ihn auch erkannt,
und alle, die Ihn erkannt haben, sind auch wiedergeboren.

Wenn jemand nun sagt, jemand müsse seine Gebote halten,
um wiedergeboren werden zu können, ist dies falsch, und aus
1. Joh 2,3-4 nicht herauszulesen. Aber der Umkehrschluss
gilt nicht.

Wenn jemand also sagt, er sei wiedergeboren, und man
sieht KEIN Bestreben, die Gebote zu halten, dann zweifle
ich an der Wiedergeburt, SELBST wenn das Lippenbekenntnis
korrekt ist. In so einem Fall gehe ich nicht von "rettendem
Glauben" aus.

Einen ähnlichen Gedanken finde ich in
Hebräer Kapitel 3 Vers 6 (Elberfelder 1905)
6Christus aber als Sohn über sein Haus, dessen Haus wir sind, wenn wir anders die Freimütigkeit und den Ruhm der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten.

Nicht das standhafte Festhalten rettet, sondern die Rettung zeigt
sich im standhaften Festhalten.

Wichtig finde ich diesen Unterschied insbesondere deshalb,
weil wir in einer Zeit leben, wo ein, soweit ich es beurteile,
vielfach ein falsches Evangelium gepredigt wird. Nämlich
ein Evangelium, dass zwar sagt, dass Jesus Christus
rettet, aber eines, dass die Sünde und die Busse völlig
ausklammert. Ich bin überzeugt, dass das Ergebnis davon
ist, dass in sogenannt evangelikalen Kreisen zu schnell und
vorreilig jemand als "gerettet" deklariert wird, weil er doch
das "Uebergabegebet" gesprochen hat, und er doch an Jesus
geglaubt hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass eine wirkliche
Erettung Früchte zeigt, vor allem die, die Johannes in seinem
ersten Brief aufzeigt: Liebe zu den Brüdern und Liebe zum Wort
und Halten der Gebote.

Diesen Trend kann ich auf VIELEN (hauptsächlich amerikanischen)
Webseiten erkennen, die eine derartig falsche Lehre vertreten,
dass ich kaum glauben kann, dass diese Menschen jemals
Busse getan haben und gerettet wurden, aber wenn man auf
die "Our Statement of Faith" Seite geht, gibt es dort nichts
(oder praktisch nichts), dass ich ablehnen würde

Es ist mir übrigens weniger ein Anliegen, euch von meiner
Erkenntnis zu überzeugen, sondern die Wahrheit in dieser
Angelegenheit zu erkennen. Möglicherweise urteile ich zu
hart, oder übersehe irgend etwas, dann möge man mir bitte
die entsprechende Schriftstelle oder Argumentation
geben.
Gruss,
Albert
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Re: Ausharren der Heiligen

Beitragvon Ulrich » 22.07.2010 08:10

Liebe Albert,

ich muss gleich ein paar hundert KM fahren, vielleicht finde ich morgen Gelegenheit die genauer zu antworten. Ich will aber hier schon einen entscheidenden Hinweis geben. Wir müssen bei diesen Stellen immer genau auf die Adressaten achten. Wir müssen nämlich immer sehen, dass ein Abfall eines glaubenden Juden möglich ist und dann ist es unmöglich ihn zur Buße zu erneuern. Genau diesen Punkt finde ich aber im Bezug auf Gläubige aus den Nationen überhaupt nicht.

Ich kann auch nicht erkennen, dass jemand aus den Nationen, der abfällt, den Herrn für sich selbst wiederrum kreuzigt. Das alles Entscheidende ist die Frage, wann der Wiederzeugung/Wiedergeburt stattfindet. Von dem Zeitpunkt an ist Errettung sowohl bei solchen aus den Juden, als auch bei solchen aus den Heiden unumkehrbar. Der Gedanke des Ausharrens der Heiligen leugnet und die Umkehrbarkeit der Sohnschaft. Dann gäbe es plötzlich einen sich ändernden willkürlichen Gott, er würde dann vielen irdischen Eltern entsprechen die Kinder zeugen und gebären, sie dann aber verstoßen und nicht haben wollen, Kinder Gottes würden zur Adoption durch den Teufel freigegeben. Man muss nur einmal überlegen weclhes schreckliche Gottesbild diesen ganze TULIP-Punkten zu Grunde liegt. Das entdeckt man an jeder einzelnen Stelle.

TULIP ist immer menschlich logisch, aber nie biblisch, weil TULIP auf Logiksätzen (Tautologien) basiert und nicht auf biblischen Aussagen.

herzliche Grüße

Ulrich
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