aus aktuellem Anlass, ein paar Sätze zu Weihnachten: Ein geistlicher Grundsatz, wie Gott die Angelegenheit von Weihnachten möglicherweise sieht, finden wir in 1. Samuel 15, 3-24
Amalek hatte sich Israel auf dem Weg von Mizraim (Ägypten) in das Land der Verheißung entgegengestellt. Damit hatten sich die Amalekiter Gott entgegengestellt. Deshalb sollte dieses Volk gebannt (vernichtet) werden. Auch wer sich heute bekehrt, muss mit Widerstand des Feindes (wie dem der Amalekiter) rechnen. 2. Korinther 10, 3-6
sein wird.
Zusammengefaßt geschieht folgendes: Saul bekommt von Gott durch Samuel den Auftrag, gegen Amalek zu ziehen und den Bann an den Amalekitern zu vollstrecken. Nach dem siegreichen Feldzug verschonten Saul und das Volk aber sowohl den König von Amalek als auch das Beste des Viehs: Und Saul und das Volk verschonten Agag und das Beste vom Klein– und Rindvieh und die Tiere vom zweiten Wurf und die Mastschafe und alles, was gut war, und sie wollten sie nicht verbannen; alles Vieh aber, das gering und schwächlich war, das verbannten sie. Da geschah das Wort Jehovas zu Samuel also: Es reut mich, daß ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich hinter mir abgewandt und hat meine Worte nicht erfüllt. Und Samuel entbrannte und schrie zu Jehova die ganze Nacht. Und am Morgen machte Samuel sich früh auf, Saul entgegen. Und es wurde Samuel berichtet und gesagt: Saul ist nach Karmel gekommen; und siehe, er hat sich ein Denkmal errichtet, und er hat sich gewandt und ist weitergegangen und nach Gilgal hinabgezogen.
Und weiter?
Von Samuel zur Rede gestellt, stellt sich Saul erst einmal dumm: Gesegnet seiest du von Jehova! Ich habe das Wort Jehovas erfüllt.
Auf das Blöken des Viehs hingewiesen, versucht er erst einmal die Schuld auf das Volk abzuschieben, gleichzeitig auch noch eine »geistliche« Begründung für seinen Ungehorsam zu finden: Und Saul sprach: Sie haben sie von den Amalekitern gebracht, weil das Volk das Beste vom Klein– und Rindvieh verschont hat, um Jehova, deinem Gott, zu opfern; aber das Übrige haben wir verbannt.
König Saul zeigt jedoch keinerlei Unrechtsbewußtsein und wiederholt den selben Unsinn noch einmal ein paar Verse weiter.
Samuels Antwort auf Sauls Rechtfertigungsversuch ist ein bekannter und einprägsamer, wenn auch selten berücksichtigter Lehrsatz: Hat Jehova Lust an Brandopfern und Schlachtopfern, wie daran, daß man der Stimme Jehovas gehorcht? Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder. Denn wie Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit, und der Eigenwille wie Abgötterei und Götzendienst.
Und weiter:
Weil du das Wort Jehovas verworfen hast, so hat er dich verworfen, daß du nicht mehr König seiest.
Jetzt endlich merkt Saul, daß er wohl mehrere Stopschilder überfahren hat und ringt sich zu einem Teilgeständnis zur Schadensbegrenzung durch. Zwar war sein Tun nicht korrekt, aber die treibende Kraft waren die anderen: Ich habe gesündigt, daß ich den Befehl Jehovas und deine Worte übertreten habe; denn ich habe das Volk gefürchtet und auf seine Stimme gehört. Und nun, vergib doch meine Sünde, und kehre mit mir um, daß ich vor Jehova anbete.
Gott sieht, daß das nicht so ganz ernst gemeint sein kann und verwirft Saul als König.
So richtig kann Saul das aber immer noch nicht glauben und so gesetzlich kann Gott doch wohl nicht sein: Ich habe gesündigt! Nun ehre mich doch vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel, und kehre mit mir um, daß ich vor Jehova, deinem Gott, anbete.
Aber selbst in seinem vermeintlichen Sündenbekenntnis zeigt er, um was es ihm geht: Er möchte seinen angesehenen Stand vor dem Volk bewahren. Bezeichnend dabei ist, daß Saul sich durch seinen verdeckten Götzendienst schon so weit von Gott entfernt hat, daß er gegenüber Samuel nicht von seinem Gott spricht, sondern nur von dessen Gott. Seine eigene Beziehung zu Gott ist zerstört, Gott ist für Saul nur noch Gott des Samuel.
Da gemäß 2. Timotheus 3, 16
Es wäre naiv, zu denken, daß man im Land der Verheißung leben und trotzdem seinen Frieden mit Amalek machen könnte. Einige wollen aber trotzdem beides. (Denen gilt dieser Text besonders).
Wir sehen: Das Schlachtfeld ist unser Denken. Daß wir hier nicht nur mit den klassischen Bosheiten wie Mord und Totschlag aufzuräumen haben sondern gerade auch mit dem religiösen Gebaren des Fleisches, ist auch wieder eine neutestamentliche Selbstverständlichkeit: So spricht Petrus vom "eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel," (1. Petr. 1, 18
Kurz: Konstantin tat das, was Saul getan hatte: Er tat das heidnische Gedankengut nicht in den Bann, sondern »recyclierte« es wie einen alten Autoreifen zu einem neuen Fußbodenbelag: Aus Alt mach Neu. Auf diese Weise wurden heidnische Feste, Bräuche und Symbole dem Christentum untergemischt. Es entstand eine neue Mischreligion aus heidnischen und christlichen Elementen, die ihre Vervollkommnung im Katholizismus gefunden hat.
In Römer 2, 22
Was hat all dies nun mit uns zu tun? Nun, die luthersche Reformation hat nur einen Teil der konstantinischen Untermischungen wieder aus dem Christentum entfernt. Andere aber blieben – teils mangels Erkenntnis, teils aber auch nachweislich wider Erkenntnis aus rein pragmatischen Gründen – erhalten. Auch die Freikirchen, die die Reformation weitergeführt haben und wiederum einige Teile des nunmehr protestantischen Götzendienstes aus ihrem Leben entfernten, halten in der Mehrzahl noch heute an anderen konstantinischen Relikten fest.
So fragt Gott heute jeden von uns: Bist Du bereit, das Kleinvieh Amaleks zu bannen, oder sind wir auch so oberschlau wie Saul, der meint, er könnte das Gebannte des Feindes in ein wohlgefälliges Opfer für Gott umwandeln?
Diese Gedanken sind eigentlich von einem Freund. Habe sie teils mit meinen Worten wiedergegeben. Jedoch finde ich sie im Hinblick auf Gottes Sinn einfach treffend.
Herzliche Grüße,
Dieter
