Lieber Peter, liebe Brüder
Auch ich habe mal schnell daran geglaubt.
Bei mir war es so. Auserwählung war lange Zeit keine Thema in Predigten und Bibelstunden. Ich wurde durch des Herrn Gnade im Jahr 1996 errettet. Dann war ich so 4 Jahre in einer FEG (bis 2000). Dann ging ich in eine frei Gemeinde, frei von Denomination (wo ich auch heute noch bin). Eine Art frei Brüdergemeinde. Und dann so ab 2004 wurde es immer häufiger thematisiert. So in Predigten und auch bei Brüdern, etc. Gleichzeitig wurde dann hier im Forum dieses Thema auch aktuell (Zufall oder Führung des Herrn?).
Und nun zum Zustand: " immer häufiger thematisiert".
Das ist jetzt nicht etwas aus der Bibel (vorerst, aber später kommt es schon noch).
1) Wenn jemand immer mal wieder etwas aufs Tapet bringt, also seine Aussagen in einer relativ kurzen Zeit ändert / verändert, dann bin ich da recht empfindlich und merke so was schnell. Ist die Vorherbestimmung und Auserwählung während Jahren nie ein Thema bei einem Bruder und dann redet er jeden 2. Sonntag davon, dann bin ich einfach schon mal reflexartig vorsichtig.
Dann frage ich mich was ist mit diesem Bruder geschehen und auch ob der uns beeinflussen / manipulieren will...? Ich will hier niemandem was unterstellen, aber es kann auch eine unbewusste Beeinflussung geben...
Das hat mich das Leben gelehrt. Einfach vorsichtig und ruhig etwas pessimistisch sein, im guten Masse. Wenn wir gleich beim Thema sind.
2) Wenn jemand eine "Hauruckübung" machen will, z.Bsp. in wichtigen Dingen zu einer schnellen Entscheidung drängt, dann bin ich auch da sehr empfindlich. Wenn also ein Arbeitsvertrag ohne durchlesen und darüber Schlafen unterschrieben werden soll, dann läuten da die Warnglocken. Auch bei einem Hauskauf, Autokauf, etc. Einfach wenn es um viel Geld, etc. geht. Dann funktionieren solche "Enkeltricks" auch nicht mehr. Bei dem einer vorgibt er sei der Enkel einer alten Person und bräuchte dringend viel Geld. Die leicht betagte Person rückt das Geld schnell raus...
So nun also was mich bewogen hat diese Lehre zu hinterfragen. Und auch die Abweichungen.
1) Wenn jemand in der Schrift ein zweit oder drittrangiges Thema immer wieder mal aufs Parkett bringt, dann frage ich mich da, was das soll? Erwählung ist sicherlich nicht so wichtig, dass immer auf ihr herumgeritten werden soll / muss. Wenn aber jemand das macht, dann frage ich mich, will der uns in einer gewisse Richtung "führen"?
2) Man schaue sich Gottes Wesen an. Gott sagt sehr genau, klar und vieles zu den Menschen. Er "entblösst" fast seine Gedanken den Menschen. Dann wissen die Menschen was Gott also denkt, fühlt, handelt, entscheidet...
Nun bei der Errettung aber geht es dann um 7 Ecken. Ja es steht nirgends das Gott Menschen errettet aus Vorherbestimmung und Auserwählung, aber es wird dann so hingebogen. Dann werden auch mal Beispiele gebracht die hinken gewaltig, aber eben.
Wie kann es sein, das Gott anscheinend sehr klar kommuniziert, aber beim Thema Vorherbestimmung und Auserwählung durch die Blume. Hat Gott es nötig, durch diese Blume zu sprechen? Kann er nicht einfach sagen, einige werden gezwungen zum Heil und die anderen werden gezwungen zur Hölle. Gott ist souverän und niemand kann ihm einen Vorwurf machen. Warum ist er dann aber bei Vorherbestimmung und Auserwählung nicht souverän und redet Klartext?
3) Dann wird versucht, unser Denken gegen Gottes denken auszuspielen. Dann folgen Argumente wie auf Erden gibt es 2 Wege (Errettung / Hölle) bei Gott gibt es ev. noch mehr. Denn der Bruder will ja dann die logische Konsequenz der Nichterwählung (= Bestimmung zur Hölle) nicht zugeben und flüchtet sich in solche Behauptungen.
Meist folgt sogleich eine Schutzbehauptung mit unsere Logik ist nicht Gottes Logik oder Gott ist so viel höher als wir. Damit kann ich nur sagen. 1) Gott selbst hat die Logik in die Schrift gelegt und 2) wir erkennen auch wenn wir nur einen menschlichen Verstand und menschliches Denken haben praktisch alles in der Bibel. Einiges nicht, zugegeben.
4) Dann auch die Ungenauigkeit zur Schrift. Die Bibel spricht von Vorherbestimmung / Auserwählung zur Heiligkeit, Sohnschaft, etc. Dies alles ist eine Folge der Errettung und nicht selbst die Errettung.
Dieses aber wird dann einfach als Haarspalterei abgetan. Vorherbestimmung / Auserwählung zur Heiligkeit, Sohnschaft, etc. sei in Tat und Wahrheit Vorherbestimmung / Auserwählung zum Heil.
5) Dann zum Buch des Lebens
2.Mo.32,33

"Wer gegen mich sündigt, den werde ich aus meinem Buch auslöschen."
Psalm 69,28

f "Laß sie ausgelöscht werden aus dem Buche des Lebens und nicht eingeschrieben mit den Gerechten!"
Offenbarung 3,5

"und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens und werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln."
Offb 22, 19

und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott wegnehmen seinen Teil vom Buch des Lebens und von der heiligen Stadt, und von den Dingen, die in diesem Buch geschrieben stehen.
Es heisst nur immer nicht löschen oder löschen. Es heisst NIE nicht hineinschreiben oder hineinschreiben!
Es gibt noch weitere Stellen, aber die besagen entweder man steht darin oder nicht (Phil 4,3

), aber nie das jemand hineingetan wird.
Wie zynisch wäre es, wenn Gott alle reinschreiben würde obwohl er weiss, dass sie gar keine Chance haben und er es gar nicht will!
Dies mal soweit!
Einen gesegneten Abend wünscht
Michael / CH